Ausstellung „Farbenfrohe Lebenslust“
Farbenfrohe Lebenslust
Industriekeramik aus der Nachkriegszeit
Das Kannenbäckerland ist weltweit für seine salzglasierte, grau-blaue Keramik bekannt. Doch die Region bietet bereits seit rund 150 Jahren keramisch weit mehr als nur traditionelles Steinzeug. Diese Ausstellung lenkt den Blick auf eine Epoche, die im Westerwald mehr Beachtung verdient: die seriell produzierte Keramik der Nachkriegszeit.
Der wirtschaftliche Aufschwung ab 1948 markierte einen tiefgreifenden Wandel. Einerseits entstand eine blühende Konsumgesellschaft, geprägt durch Optimismus, Wohlstandsstreben und dem Wunsch nach stabilen Verhältnissen. Die farbenfrohe Keramik mit ihrem stolzen „Made in West Germany“ verkörperte diese neue Lebenslust. Andererseits basierte dieser Boom nicht selten auf prekären Arbeitsbedingungen und umweltschädlichen Herstellungsprozessen. Die Ausstellung zeigt daher nicht nur die prägnante Ästhetik. Sie setzt sich auch mit den Ambivalenzen dieser erneuten Blütezeit der Westerwälder Keramikgeschichte auseinander.
Das Wirtschaftswunder der Keramikindustrie war aber kein rein deutsches, sondern ein westeuropäisches Phänomen. Dr. Denis Bousch und Dr. Jörn Garleff haben in einem Projekt die keramische Entwicklung in Frankreich und Deutschland nach 1950 vergleichend untersucht. Ihre Ergebnisse wurden bereits in den Musées d’Art et d’Industrie in Saint-Étienne präsentiert. Das Keramikmuseum widmet sich nun besonders dem Westerwald und den Menschen, die diese Ära geprägt haben.
Kontakt und Anreise
Keramikmuseum Westerwald
Lindenstraße 13
56203 Höhr-Grenzhausen
Deutschland
Website www.keramikmuseum.de im neuen Tab öffnen
+49 2624 946010
kontakt@keramikmuseum.de
Dienstag-Sonntag 10-17 Uhr